Freitag, 19. März 2010

Keine Gewalt vor Babys

Ein herzliches Hallo aus dem Schwarzwald und siehe da wir haben den Umzugstag überlebt..Was einem Wunder gleicht..

Nach einer sehr kurzen Nacht von Montag auf Dienstag, streßbedingter Schlafstörung, erschienen pünktlich um halb Acht zuerst 3 muskulöse, dann im Laufe des Vormittags nochmals 3 noch muskulösere Umzugshelfer, um unseren Hausrat von kalter A nach kleiner B-Wohnung zu bringen.
Übrigens Lukibärli hatte trotz des hühnchenhaften Rumgackern der Mama, schon die Tage davor, gut geschlafen, und ist mit bester Stimmung aufgestanden.
Hiermit wird ihm die Streßresistenzmedaille in Form eines goldenen Nuckels (österr. für Schnuller) verliehen.

Also wir hatten ein brandenburgisches Umzugsunternehmen beauftragt und auch mit diesen vereinbart, daß sie die Bücherregale ab- und wiederaufbauen , davor den Inhalt in Kisten verpacken.
Wir haben 4 altbaudeckenhohe und 1.5 m breite Regale..also wirklich viel Wissen, oder Unwissen..und wirklich viele Umzugskisten und Regalbretter.

Schon die ersten Schwieirigkeiten traten schnell auf, da der vermeintliche "Monteur", wie ihn seine Arbeitskollegen riefen, sich weigerte die Regale aufzubauen ohne mitgelieferter Aufbauanleitung.
So, mal ehrlich hat irgendwer die Aufbauanleitung von Möbelstücken aufgehoben..naja, ich bisher noch nie..

Trotz Diskussionen blieb er eisern.
Ich versuchte an seine Berufsethos zu appelieren, doch völlig erfolglos.

Während dieser Diskussionen war mein Mann gerade in der neuen Wohnung, um den Geschirrspüler in Empfang zu nehmen, daher stand ich alleine mit Lukas am Arm dem brandenburgichschen Dickkopf gegenüber. Und innerlich verfluchte ich Göttergatte wiedermal.

All meine Argumente, von wegen, wenn Sie das abbauen, sehen Sie ja wie mans aufbaut, und ich gab ihm die von mir angefertigte Aufbauskizzen für die neue Wohnung, da wir ja natürlich nicht wieder eins zu eins die gleichen Regale in einer kleineren Wohnung aufbauen konnten.

Kurz zur Erklärung, das Regalsystem "Freddy" von Flötotto hat genau zwei (!!!) Sorten von Brettern kurz und lange. Das ist alles, jedoch für Herrn "Monteur" schien dann auch meine Aufbauskizze zu viel zu sein.


Zunehmend wurde ich immer ungehaltener und einem glücklichen Zufall verdankte der Herr "Monteur", daß ich ihn bedingt durch mein eh schon dünnes Nervenkostüm nicht mit den kurzen oder bessern noch den langen Regalböden attackierte.
Keine Gewalt vor Babys.

Je lauter ich wurde, desto mehr verzog auch Lukas sein Gesicht und war während der ganzen Diskussion den Tränen nahe, konnte jedoch noch das Austreten der Tränchen sich verkneifen.
Tapferer kleiner Mann...

Wo ein Wille und Zwang ist, ist auch ein Weg..letztlich rief ich bei dem Hersteller und einer netten Dipl.-Holzwirtin (was es alles für Titel gibt) Frau Moch an, berichtete vom begriffsstutzigen Tischler, und sie sendete mir eine Aufbauanleitung per PDF.

So weit, so nicht gut.
Merke wichtig beim Umzug: Telefon, Drucker, Pc mit Internet..und was wir später noch sehen Faxgerät..

Ich druckte dem Monteur 42 Seiten original Aufbauanleitung aus und, und er blätterte diese sicher einen halbe Stunde durch, und konnte dann doch nichts damit anfangen.
Next step: wieder Frau Moch angerufen, diese bat mich dann meine Skizze ihr zu schicken, damit sie eine professionelle Aufbauanleitung fertigen kann.

Gesagt getan, nächster Schritt zufaxen.
Recht bald bekam ich dann eine Mail mit einer Aufbauanleitung für die Regale in meiner gewünschten Größe zurück, und zeigte sie wieder dem Herrn Monteur.

Er griff sich ans Kinn, nickte, rieb sich am Kopf, und es sprang regelrecht sein Unverständnis entgegen.

Nochmals Frau Moch angerufen, hierauf bat sie mich ihr den gelernten Herrn Tischler zu reichen, und nach einem ca. einem 5 minütign Fortbildungsgespräch, sah er sich in der Lage das Regal ab- und dann wieder aufzubauen..
Was für ein Glücksfall..

Vielleicht sollte ich noch berichten, daß wir bisher die Reagle immer selbst auf- und abgebaut haben..

Um in den Worten von Rainhard Grebe zu sprechen:

..ich fühl mich heute so leer,

ich fühl mich Brandenburg,...

Berlin, Berlin, Hallelujia, Berlin, Berlin..

Übrigens als er das Regal dann in der neuen Wohnung aufbaute, sah ich ihn immer wieder ein langes Brett nehmen, es versuchen anzupassen, dann es weglegen, ein anderes langes Brett zu nehmen und dieses festzuschrauben...????!!!!



Letztlich verlief der Umzug dann doch irgendwie, und wie ich ja schon am Anfang schrieb, kann ich euch heute aus dem Schwazwald Grüße schicken, da wir am nächsten Tag zur Schwiegermama fuhren. Was für eine schlechte Planung....

1 Kommentar:

  1. Wahnsinn oder? Man fragt sich womit der Herr Monteur seine Lehrjahre verbracht hat.. freut mich dass ihr den umzug dann trotz aller widrigkeiten doch gut hinter euch gerbracht habts!!
    lg aus österreich!!! :) steffi

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