Es war einmal abends an einem schönen Ostermontag, wir verbrachten zuerst eine besinnliche Zeit in unserer neuen Wohnung, machten über die Feiertage ausführliche Spaziergänge..
Ich konnte sogar eine "abgewandelte" Osterjause im preussischen Norden zusammenstellen.
Da es kein Gselchtes hier oben gibt. Dieses ist wohl roh und warm geräuchert, kaufte ich einen kalt geräucherten Schinken, und siehe da er schmeckte sogar.
Jeglichen Versuch frischen Krenn zu kaufen scheiterte jedoch an mangelnder Qualität, die zwei Stück die ich erstand, waren schlicht und einfach faul...Osterpinze backte ich sogar selbst..
Naja zurück zum Beginn, also wie haben richtig schöne Ostern verbracht..
Und zur Feier des Tages, sollte Lukimausi nach dem davor kläglich gescheiterten Versuch mit 3 Monaten, eine Hipp Bio Anfangsmilch 1 trinken.
Dieses Mal aus seiner Trinklerntasse.
Und es sah richtig gut aus, ich mußte das Gesöff zwar zweimal mischen, da ich mit dem ersten Ergebnis nicht zufrieden war.
Der Kleine nahm aber wirklich dann richtig kräftige Schlucke und ich mußte sogar den "Schnabel" abschrauben und er trank ganz normal aus dem Becher.
Meine Freude war deutlich sichtbar,vielleicht die ersten Schritte Richtung abstillen?! Göttergatte war auch ganz begeistert von Lukibärli.
Wir gaben ihm das "Fläschchen" gegen 19:00, dann sollte es ins Bett gehen und mein Mann war schon auf dem Sprung zum Nachtdienst.
19:10: Lukas kratzt sich im Gesicht, da er ja ein Ekzembaby ist, nicht weiter ungewöhnlich.
19:12 Mama geht schauen, und riesige weiße Quaddeln waren auf den Wangen, Hals und oberen Brustbereich sichtbar.
PANIK.
Mein Mann war dagegen das genaue Gegenteil. Das ist nur örtlich, wo die Milch rüber rann. Er holte die gegen das Ekzem verschriebene Cortisoncreme und wir schmierten ordentlich was drauf.
19:14 Baby beginnt zu heulen, gleichzeitig beginnt Mama zu heulen.
Noch mehr Panik. Anaphylaktischer Schock???? Er wird sterben und ich habe ihm die blöde Milch eingeflößt, Rabbenmutter!
Hilfe, ich wollte sofort ins Krankenhaus, nochmals Gatte, der meinte, ist nur lokal.
19:15 Anruf kinderärztliche Notdienst, Information Ärztin ruft zurück.
19:16 Mann verläßt Wohnung zum zur Arbeitfahren, was habe ich ihn verteufelt.
19:18 Rückruf Kinderärztin, sofort ins Krankenhaus, es dauere zu lange bis sie bei uns wäre, wir sollten mit dem Taxi !!! fahren.
19:19 a) ich hatte keinen Kindersitz zu Hause, dieser war auf den Weg zur Arbeit, b) keine Telefonnummer eines Taxis und c) kein Internet um dies zu recherchieren.
HILFE, ich rannte wie ein hysterisches Huhn in der Wohnung auf und ab, hab unterwegs mein Handy "verloren" und mußte dieses dann noch 1 Minute suchen.
Ich rief wieder meinen Mann an, um den aktuellen Schrecken weiterzugeben, und ihn zu bitten ein Taxi mit Maxicosi zu bestellen. Er hatte eine Taxinummer im Handy eingespeichert, wie umsichtig.
In der Zwischenzeit rannte ich wiederholt vom Wohnzimmer übers Schlafzimmer ins Kinderzimmer und versuchte Lukibärli anzuziehen, der noch immer einen roten Kopf mit Quaddeln hatte, jedoch aufgehört hatte zu Weinen.
Ich ließ ihm in seinen Schlafanzug, zog irgendetwas drüber, wollte sein Untersuchungsheft einpacken, doch aus der Intention wurde nichts, was ich aber erst im Westend Krankenhaus bemerkt.
19:25 es läutet-Taxi ist da.
Lukimaus wurde halbangezogen mitgeschleift, verhielt sich richtig tapfer und ruhig, dafür war das Muttertier umso gackriger.
Ich möchte nicht wissen, was sich der Taxifahrer dachte, als er uns zwei sah.
Fahrt zum Westend Krankenhaud.
Dazwischen schlief das völlig übermüdete Mäuschen ein - eigentlich liegt er um die Zeit schon im Bett.
Ich wurde hierauf noch mehr panisch. Da ich mir nicht mehr über seine Atmung sicher sein konnte, wurde das arme Kind bis zum Brustkorb freigemacht, damit ich die Atembewegung beobachten konnte.
Eigentlich eh ein Wunder, daß er sich bei den heißen 7 Grad Außentemperatur keine Erkältung mit Übergang zu einer Lungenentzündung zugezogen hatte.
19:35 Ankunft mit schlafendem Baby in der Triagestelle (dort werden die Kranken nach Wichtigkeit von 1-5 gereiht) der Ersten Hilfe.
Wir waren eine 3, somit kamen wir wirklich unverzüglich dran, ging schneller als beim Kinderarzt.
Ist aber auch ein Zeichen dafür, daß keine 4 oder 5 anwesend war.
19.45 entblößtes Kind wurde von netter Ärztin angesehen, die sofortige Diagnose Kuhmilchallergie stellte...Ich schluckte..
Wäre wahrscheinlich noch vor 30 Jahren ein Todesurteil gewesen..
Mittlerweile waren die Quaddeln im Gesicht schon ein wenig verblaßt, und Bärli bekam noch ein Cortisonzäpfchen.
Für ihn war alles zu viel, kaum näherte sich eine fremde Person, und es waren ja alle fremd, ging ängstliches Weinen los, er tat mir richtig Leid.
Jetzt war er panisch, ich beruhigt im Krankenhaus zu sein.
Zum Ende des Osterwochenendes, wir durften wieder nachhause, ich stellte mir ein Kuhmilchfreies Leben für Luki als schrecklich vor:
kein Eis, keine Milchschnitte, kein Milchreis, keine Süßspeisen, keine Palatschinken...Buuhhh alles ungerecht...
Jedoch am nächsten Tag hätte ich schon eine kuhmilchfreie Ernährung für wenig schlimm gehalten, denn dann sollten wir einen Allergietest machen, wo sich noch anderes herausstellte.
Auf was man alles allergisch sein kann.....